Internationales Jahr der Kristallographie 2014 @ ETHeritage

Autor: Roland Lüthi, ETH Zürich - Datum: 10 January, 2014

Highlights aus den Sammlungen und Archiven der ETH-Bibliothek

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ETH Zürich, Institut für Mineralogie und Petrographie, 1955

(ETH-Bibliothek Bildarchiv, Ans_00540)

Kristallographische Studien wurden an der ETH bereits seit der Gründungszeit betrieben, zuerst im Hauptgebäude im Institut für Mineralogie und Petrographie und ab 1920 im neuen Naturwissenschaftlichen Gebäude an der Sonneggstrasse. Unter der Leitung von Paul Niggli (1888-1953) begann dort eine sehr fruchtbare Zeit für die Kristallographie in Zürich. Seine berühmte Geometrische Kristallographie des Diskontinuums (Leipzig, 1919) und seine Internationalen Tabellen zur Bestimmung der Kristallstrukturen (Berlin, 1935) waren fundamentale Beiträge zur strukturellen Kritallographie, die weltweit Beachtung fanden. Im Jahr 1959 leitete Nigglis Nachfolger Fritz Laves (1906-1978, im obigen Bild in der Mitte, stehend) eine Reorganisation des Instituts ein, das fortan den Namen Institut für Kristallographie und Petrographie trug. Das hauptsächliche Forschungsgebiet umfassten Kristallographie von Feldspäten und Metallen.

Die Kristallstrukturanalyse erlangte Mitte des Jahrhunderts solche Bedeutung für die Chemie, dass die Chemischen Laboratorien der ETH 1957 unter der Leitung von Jack David Dunitz (1923-) eine eigene kristallographische Gruppe einrichteten. Diese installierte die ersten automatischen und computergesteuerten Diffraktometer an der ETH. 1961 erhielt Alfred Niggli (1922–1985) ein Extraordinariat für Kristallstrukturforschung am Institut für Kristallographie und Petrographie. 1966 wurde der Gerätepark mit einem Picker-Diffraktometer  und einige Jahre später mit einem Syntex P21 erweitert. Als dritter Professor für Kristallographie am Institut amtete W.M. Meier ab 1966. Sein Hauptinteresse galt der Kristallchemie von Zeolith und der Pulverdiffraktion. Einer der ersten computergesteuerten Pulverdiffraktometer wurde 1973 in seiner Abteilung gebaut.

Die zunehmende Bedeutung von kristallographischen Methoden in der Molekularbiologie führte 1987 zur Berufung von T.J. Richmond als Professor der Kristallographie biologischer Makromoleküle am Institut für Molekularbiologie und Biophysik. Mit dem gemeinsamen Lehrstuhl für Kristallographie von Universität Zürich und ETH von Walter Steurer fand 1993 eine Reorganisation des Instituts statt, bei der das neue Laboratorium für Kristallographie auf dem Hönggerberg entstand.

Link:

Laboratorium für Kristallographie:  http://www.crystal.mat.ethz.ch/

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