Meet the People: Niels Lefeld

Niels at P21.1, a tall man with large beard standing between hightech equipment.

Niels an Messstation P21.1

Herzlichen Glückwunsch an Niels Lefeld für die Verleihung des STOE Lightning Talk Award, der ihm auf der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kristallographie für seine Präsentation mit dem Thema Topochemische Konversion von Schicht-Wolframaten: Eine Studie mittels in-situ-Ramanspektroskopie und Totaler Streuung verliehen wurde. Niels ist Doktorand in der Arbeitsgruppe Chemische Kristallographie fester Stoffe von Prof. Thorsten M. Gesing an der Uni Bremen. Er ist bereits während seiner Bachelorarbeit im Bereich Chemie und Physik zur Gruppe gestoßen und hat während seines Chemie-Masters weiterhin in der Gruppe gearbeitet, mit dem Fokus auf Pulversynthesen und -beugungsmethoden. Weiterhin hat er dabei mehr und mehr auch Instrumententwicklung und die Lösung der technischen Probleme im Bereich der naturwissenschaftlichen Forschung für sich entdeckt. Daher hat sich Niels in seiner Masterarbeit der Herausforderungen der gerichteten Sedimentation von Nanopartikelsuspensionen gestellt. Dafür hat er einen Zentrifugenprototypen entwickelt und sich umfangreiche Kenntnisse in der mechanischen Konstruktion und der Elektrotechnik angeeignet. Jetzt ist er gerade dabei die Resultate seines Doktorats zusammenzustellen und die Dissertation zu finalisieren. Diese behandelt die Struktur, Fehlordnung und das thermische Verhalten von Schichtwolframaten und seine Untersuchungen mit einer Bandbreite von in-/ex-situ Messtechniken abseits der Normalbedingungen.

Das Forschungsinteresse von Niels liegt in erster Linie in Materialien mit unterschiedlichen Dimensionalitäten (z.B. Nanopartikel, Schicht- oder Netzwerkstrukturen), deren Grad struktureller Ordnung und daraus erwachsende Eigenschaften. Darüber hinaus interessiert er sich für die Digitalisierung der wissenschafltichen Forschung und Aspekte wie Datenkompetenz, Infrastruktur und Programmierung.

NIels' Poster mit dem Titel "Topochemische Konversion von Schicht-Wolframaten: Eine Studie mittels in-situ-Ramanspektroskopie und Totaler Streuung"

Repräsentiert dein Poster den vollen Umfang deiner Arbeit oder gibt es noch mehr zu erzählen – beispielsweise ein größerer Kontext im Team?

Die im Poster präsentierte Studie zu strukturellen Veränderungen während der Synthese eines Hydrowolframats is nur ein Teil meines Promotionsprojektes. Hauptziel war die Strukturlösung eben jener Verbindung, welche sich aber als äußerst schwierig heraus stellte. Ein hoher Fehlordnungsgrad und geringe Infromationsausbeute aus Röngenbeugungsexperiementen machten die Anwendung zusätzlicher Sonden und Techniken (z.B. Neutronenstreuung, PDF-Analyse, etc.) nötig, um ein umfassende Beschreibung zu ehrhalten. Weiterhin sind das thermische Verhalten des Hydrowolframats und verwandter Verbindungen Teil des Projekts. Die Idee und das Konzept zum Promotionsprojekt habe ich selbst entwickelt – was rückblickend mit Vor- und Nachteilen sowie Höhen und Tiefen einherging. Nichtsdestotrotz eine prägende Erfahrung, für die ich dankbar und auf welche ich stolz bin.

Was war der spannendste Moment deiner bisherigen Forschung?

Eindeutig die Synchrotronmesszeit an der P21.1 am DESY mit meinen Kolleg:innen Andrea und Mathias im Oktober 2020. Aufgrund der Pandemie-Maßnahmen waren nur wir drei zur Messzeit zugelassen. Alle drei Synchrotron-Neulinge, ein neuer Messaufbau, fünf Tage und 16-Stunden-Schichten – ein aufregender Ritt, uhrwerkartiges Teamwork und am Ende ein Haufen toller Daten. Es war stressig und erschöpfend, aber auch super erfolgreich und eine sehr lohnende Erfahrung. Besonderer Dank geht an unseren Beamline-Kontakt Soham für das Bootcamping, die Unterstützung und die gute Stimmung.

Was hat dir auf der Jahrestagung am besten gefallen?

Neben den interessanten und breitgefächerten Talks während der Hauptkonferenz habe ich besonders den Neutron Satellite Workshop genossen. Leider ist der Besuch der FRM-II Neutronenquelle in Garching auch leider ausgefallen. Nichtsdestotrotz war das digitale Meeting sehr informativ und es gab eine breite Übersicht über die Neutroneneigenschaften und -quellen, verschiedene Vorträge zu spezifischen Techniken in Streuung, Bildgebung und Spektroskopie sowie Einblicke in aktuelle technische Neuerungen und wissenschaftliche Hot-Topics. Ich kann diese Art von Veranstaltungen sowohl Neulingen als auch fortgeschrittenen Wissenschaftlern empfehlen – es ist stets für jeden was dabei…

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